Zwei Händler beschreiben dieselbe Schraube – einer nennt das Maß „Länge“, der andere „Gesamtlänge“, einer schreibt Millimeter, der andere mm. Solange jeder seine eigene Sprache spricht, kostet jeder Datenaustausch Nacharbeit. Klassifizierungsstandards lösen das: Sie legen fest, in welche Klasse ein Artikel gehört und mit welchen Merkmalen er beschrieben wird.
Diese Standards nutzen Sie in nextPIM
- ETIM – der Standard des technischen Handels
- eCl@ss – branchenübergreifend und international
- UNSPSC – der Klassifizierungsschlüssel der Vereinten Nationen
- Ihre eigene Hausklassifizierung
Welche Systeme für Ihren Account freigegeben sind, sehen Sie in den Account-Einstellungen. Auch die Klassifizierung für Marktplätze wie eBay lässt sich damit abdecken.
ETIM: die gemeinsame Sprache im technischen Handel
ETIM steht für Elektro-Technisches Informations-Modell und wird von ETIM Deutschland e.V. getragen – gegründet 1999 von neun Elektro-Großhändlern und Einkaufsgemeinschaften. Der Standard ist offen und frei verfügbar.
Der Nutzen liegt in der Einheitlichkeit: Weil Aufbau und Beschreibungsstruktur bei allen Beteiligten identisch sind, entfallen die Formatierungen und Anpassungen, die sonst bei jedem Datenaustausch anfallen. Hersteller, Verband und Händler arbeiten auf derselben Datenbasis. Für den B2B-Onlinehandel ist das die Grundlage dafür, dass Artikel überhaupt vergleichbar werden.
eCl@ss: über Branchen und Länder hinweg
eCl@ss klassifiziert Produkte und Dienstleistungen und ist international anerkannt. Der Standard ist hierarchisch in vier Ebenen aufgebaut – von Sachgebiet über Hauptgruppe und Gruppe bis zur Produktklasse – und jede Produktklasse trägt einen eindeutigen achtstelligen Code. Beschrieben werden Artikel über standardisierte Merkmale, Werte und Einheiten.
Weil eCl@ss auf ISO/IEC-konformen Merkmalen aufsetzt, ist es die übliche Wahl, wenn Daten über Branchen, Länder und Sprachen hinweg fließen sollen – und die Basis für Industrie-4.0-Anwendungen. Beachten Sie, dass die Nutzung des Standards selbst lizenzpflichtig ist; die Lizenz beziehen Sie bei eCl@ss.
Oder Ihre eigene Hausklassifizierung
Nicht jedes Sortiment lässt sich in einen fremden Standard pressen. Für Artikelgruppen, die ETIM oder eCl@ss nicht sauber abbilden, legen Sie in nextPIM eine eigene Hausklassifizierung an – mit Ihren Gruppen, Ihren Merkmalen und Ihren Einheiten.
Das ist oft auch der pragmatische Einstieg: Sie beginnen mit der Struktur, die Ihr Vertrieb ohnehin im Kopf hat, und ergänzen einen Branchenstandard später dort, wo er für den Datenaustausch gebraucht wird. Beides lässt sich parallel führen.
Klassifizieren in nextPIM
Sie aktivieren das benötigte System im Zielkatalog unter den Einstellungen im Reiter Klassifikation. Anschließend werden die Merkmale des Standards mit Ihren Produktdaten verknüpft – dafür bringt nextPIM Makros mit, statt dass Sie Merkmal für Merkmal von Hand zuordnen.
Genau hier entscheidet sich, ob Klassifizierung eine Fleißaufgabe bleibt oder ein Automatismus wird. Bei Sortimenten mit zehntausenden Artikeln ist das kein Detail.
Zuordnen per KI statt von Hand
Der aufwendigste Teil einer Klassifizierung ist die Zuordnung selbst: Welcher Artikel gehört in welche Klasse? Diese Arbeit müssen Sie nicht manuell erledigen. nextPIM kategorisiert vorhandene Produktdaten per KI und leitet die passende Klasse aus Produktname, Beschreibung und Merkmalen ab.
Sie prüfen und korrigieren das Ergebnis, statt bei Null anzufangen. Bei Sortimenten, die aus vielen Lieferantenlisten zusammenlaufen und wo Klassenangaben fehlen oder sich widersprechen, entscheidet das darüber, ob eine Klassifizierung ein Projekt über Monate wird oder eine Aufgabe von Tagen.
Was gute Klassifizierung im Shop bewirkt
Klassifizierte Merkmale sind das Material, aus dem Filter entstehen. Ihre Kunden schränken nach Durchmesser, Werkstoff oder Norm ein, statt sich durch Kategorien zu arbeiten. Und weil die Merkmale standardisiert sind, funktioniert der Vergleich auch dann, wenn die Artikel von verschiedenen Herstellern kommen.
Wie vollständig Ihre Merkmale gepflegt sind, zeigt die Bewertung der Produktdatenqualität – technische Merkmale sind dort eine eigene Qualitätsstufe.
Häufige Fragen
Welchen Standard sollten wir wählen?
Im technischen Handel ist ETIM die naheliegende Wahl, weil Verbände und Lieferanten damit arbeiten. Wenn Sie branchenübergreifend oder international liefern, kommt eCl@ss dazu.
Können wir eine eigene Klassifizierung aufbauen?
Ja. Neben den Branchenstandards lässt sich eine eigene Hausklassifizierung mit Ihren Gruppen und Merkmalen anlegen – auch parallel zu einem Standard.
Können wir mehrere Standards parallel nutzen?
Ja. Die Klassifikation wird pro Zielkatalog aktiviert, verschiedene Kataloge können unterschiedliche Systeme verwenden.
Müssen wir jedes Produkt einzeln zuordnen?
Nein. Die Zuordnung übernimmt auf Wunsch die KI, und die Verknüpfung der Merkmale läuft über Makros – große Artikelmengen lassen sich so in einem Durchgang klassifizieren.
Ist die Nutzung kostenpflichtig?
ETIM ist ein offener, frei verfügbarer Standard. Für eCl@ss brauchen Sie eine Lizenz des Standardgebers. Ob die Klassifizierungsfunktion in Ihrem Account freigeschaltet ist, sehen Sie in den Account-Einstellungen – andernfalls hilft unser Support weiter.