Produktdatenmanagement für Hersteller: Wie Ihre Produktdaten bei Händlern und Portalen ankommen

Als Hersteller verkaufen Sie Ihre Produkte selten dort, wo Sie sie beschreiben. Beschrieben werden sie bei Ihnen, verkauft werden sie im Shop des Fachhändlers, im Katalog des Verbands, im Angebot, das der Außendienst beim Kunden auf den Tisch legt. Was dort steht, haben Sie geliefert. Was dort fehlt, fehlt auch im Verkaufsgespräch.

Damit ist Produktdatenmanagement für Hersteller etwas anderes als für Händler. Der Händler bündelt die Sortimente vieler Lieferanten für wenige eigene Kanäle. Sie haben ein Sortiment und viele Empfänger, von denen jeder eigene Formate, eigene Pflichtfelder und eigene Fristen mitbringt. Die Arbeit multipliziert sich nicht über das Sortiment, sondern über die Zahl der Abnehmer.

Dieser Beitrag beschreibt, was Ihre Abnehmer konkret verlangen, woran die Lieferung heute meist scheitert und was sich daran mit strukturierter Datenhaltung ändert. Die Händlersicht auf dasselbe Thema steht im Beitrag über Produktdatenmanagement für Händler.

Was Ihre Abnehmer tatsächlich verlangen

Vier Anforderungsblöcke tauchen im technischen Handel und im Bau immer wieder auf, unabhängig davon, wer fragt.

Ein Katalogformat. In aller Regel BMEcat, oft in einer Fassung, die der Empfänger für sich angepasst hat. Der Standard ist einer, die Dialekte sind viele, und wer sie nicht bedient, bekommt den Katalog zurück.

Eine Klassifizierung. eCl@ss oder ETIM, je nach Branche und Abnehmer, häufig beides parallel und nicht selten in unterschiedlichen Versionsständen.

Medien und Dokumente am Artikel. Bilder in verwertbarer Auflösung, technische Datenblätter, Montageanleitungen, Zertifikate, Leistungserklärungen. Im Bau kommt dieser Block mit besonderem Gewicht dazu, weil er Teil der Nachweiskette ist.

Rechtlich verlangte Angaben. Hersteller tragen nach der Produktsicherheitsverordnung die umfangreichsten Pflichten, und die Angaben, die der Händler in seinem Shop zeigen muss, kommen von Ihnen. Wie das datenseitig aussieht, steht im Beitrag zu den GPSR-Angaben.

Dazu kommt die Frage, wohin die Daten gehen. Im technischen Handel und im Bau führen die beiden wichtigsten Wege über den Fachhandel selbst, also über die Shop- und Warenwirtschaftssysteme Ihrer Händler, und über die Verbände. Was im Verbandssortiment sauber hinterlegt ist, steht bei vielen Händlern auf einmal richtig da. Daneben ist OXOMI als Ablage für Medien und Dokumente relevant.

Woran die Lieferung meist scheitert

Nicht am Willen und selten am Wissen. Sondern daran, dass die Daten im Haus verteilt liegen und für jeden Empfänger neu zusammengesetzt werden.

Die technischen Merkmale stehen in der Entwicklung, die Texte im Marketing, die Preise im Vertrieb, die Bilder auf einem Laufwerk und die Zertifikate im Qualitätswesen. Für jede Katalogauslieferung wird daraus eine Datei gebaut. Die nächste Auslieferung an einen anderen Empfänger beginnt von vorn, weil dessen Feldliste anders aussieht.

Drei Folgen davon kennt fast jeder Hersteller:

  • Ein und derselbe Artikel ist bei zwei Händlern unterschiedlich beschrieben, weil die Kataloge zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden sind.
  • Eine Produktänderung erreicht die Abnehmer mit Wochen Verzug, oder gar nicht.
  • Auf die Frage, welche Artikel schon nach ETIM klassifiziert sind, gibt es keine schnelle Antwort.

Der Punkt ist auch hier nicht die Zahl der Artikel. Ein Hersteller mit überschaubarem Sortiment, der zwölf Händler, zwei Portale und zwei Sprachen bedient, hat mehr Arbeit als einer mit breitem Programm und einem einzigen Abnehmer. Was zählt, ist die Zahl der Empfänger, die Zahl der geforderten Standards und wie oft sich am Produkt etwas ändert.

Woran Sie merken, dass es eng wird

  • Ein neuer Händler bedeutet eine neue Exportdatei, die jemand von Hand baut.
  • Nach einer Sortimentsänderung weiß niemand sicher, welche Abnehmer den alten Stand haben.
  • Ihre Artikel erscheinen im Shop des Händlers ohne Bild oder ohne technische Merkmale, und Sie erfahren es vom Außendienst.
  • Ausschreibungstexte und Datenblätter entstehen in getrennten Dateien, die mit dem Artikel nicht verbunden sind.
  • Die Klassifizierung wird bei jedem Versionswechsel von eCl@ss oder ETIM erneut durchgearbeitet.

Was ein PIM davon übernimmt

Ein PIM-System dreht die Richtung um. Statt für jeden Empfänger eine eigene Datei zu bauen, pflegen Sie jede Angabe einmal und geben sie in der Form aus, die der jeweilige Empfänger verlangt.

Alle Merkmale, Texte, Medien und Dokumente hängen am Golden Record, also an dem einen Datensatz, der gilt. Die Klassifizierung nach eCl@ss und ETIM liegt am Artikel und nicht in der Exportdatei, deshalb übersteht sie den nächsten Katalog. Der Im- und Export von BMEcat bedient die verschiedenen Dialekte, ohne dass Sie für jeden Empfänger ein eigenes Werkzeug brauchen, und für alles, was daneben liegt, gibt es flexible Excel-Exporte.

Zwei Dinge kommen für Hersteller dazu, die im Handel weniger wiegen. Über hinterlegte Regeln zur Produktdatenqualität sehen Sie vor der Auslieferung, welche Artikel noch nicht vollständig sind, statt es nach der Reklamation des Abnehmers zu erfahren. Und das Datenblatt entsteht aus denselben Daten: Mit dem Produktdatenblatt Designer bauen Sie das Layout einmal und erzeugen daraus für jeden Artikel ein PDF, ohne den Umweg über das Grafikprogramm.

Worauf es bei der Auswahl ankommt

Vier Fragen, die für Hersteller mehr entscheiden als der Funktionsumfang.

Welche Ausgabeformate sind eingerichtet, und welche müssten gebaut werden? Das bestimmt, wie lange ein neuer Abnehmer auf seinen ersten Katalog wartet.

Wie geht das System mit den Dialekten von BMEcat um? Wer hier nachbauen muss, hat den Aufwand nur verlagert.

Bleiben Klassifizierung und Medien am Artikel, oder hängen sie am Export? Nur im ersten Fall überstehen sie den nächsten Versionswechsel.

Entstehen Datenblatt und Katalog aus denselben Daten wie der digitale Export? Sonst pflegen Sie Print und Digital dauerhaft doppelt.

Wie nextPIM das löst

nextPIM ist seit 2019 am Markt und auf die Prozesse des technischen Handels, des Baustoffhandels und des Produktionsverbindungshandels zugeschnitten. Mehr als 100 erfolgreiche Implementierungen in Handel und Industrie stehen dahinter.

Das Datenmodell bringt die Strukturen dieser Branchen bereits mit, es wird nicht im Projekt entworfen. In vier Stunden führen wir Sie vollständig in das System ein, mehr als die Hälfte unserer Kunden geht danach live. Eine neue Plattform ist typischerweise in 48 Stunden angebunden, und Kundensysteme mit über einer Million Produkten sind bei uns normal. Support ist in allen Tarifen kostenlos, in den Basis-Paketen per E-Mail, in den höheren zusätzlich per Telefon und Teams.

Für Hersteller ist die 48-Stunden-Aussage die praktisch wichtigste: Ein neuer Abnehmer mit eigenen Anforderungen ist damit kein Projekt, sondern eine Einrichtung. Produktdaten in Ordnung zu bringen bleibt eine Aufgabe des Produktmanagements und wird kein IT-Vorhaben mit eigener Projektleitung. Für den laufenden Betrieb reicht in aller Regel eine halbe Stelle im Innendienst.

Die Preise beginnen bei 600 Euro pro Monat bei jährlicher Abrechnung. Die vollständige Übersicht finden Sie auf der Preisseite.

Fazit

Ihre Produktdaten sind das Rohmaterial für den Verkauf anderer. Je sauberer sie das Haus verlassen, desto weniger wird unterwegs daran gebastelt, und desto seltener steht Ihr Produkt beim Händler schlechter da als das des Wettbewerbers.

Die Frage ist deshalb nicht, ob Sie Kataloge liefern können, sondern wie viel Handarbeit zwischen einer Produktänderung und ihrer Ankunft beim letzten Abnehmer liegt. Solange diese Strecke über gebaute Dateien führt, wächst sie mit jedem neuen Kunden.

Wenn Sie wissen möchten, wie das für Ihr Sortiment und Ihre Abnehmer aussieht, bieten wir eine kostenlose Budgetberatung an. Darin klären wir, welcher Aufwand realistisch ist, bevor Sie eine Entscheidung treffen.